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Siebenarmiger Leuchter

Der Essener Siebenarmige Leuchter ist die älteste erhaltene christliche Nachbildung des jüdischen Tempelleuchters, die es in ähnlicher Form früher auch in Fulda, Aachen und Köln gegeben hat. Die Form des Leuchters folgt weitgehend einem Bericht aus dem alttestamentarischen Buch Exodus (Ex 25, 31–38; 37, 17–24). Auch entspricht der Leuchter im Essener Dom dem einzigen überlieferten Bild des jüdischen Siebenarmigen Leuchters, der auf dem Titusbogen in Rom abgebildet ist. Symbolisch steht der Leuchter für den ‚Lebensbaum‘, für die Herrlichkeit Jahwes wie auch – christlich gedeutet – für Christus, das ‚Licht der Welt‘.
Der Essener Leuchter mit einer Höhe von 2,26 m und einer Breite von 1,88 m besteht aus einzelnen, gegossenen Teilen aus Bronze, die ineinander gesteckt sind. Der Guss erfolgte wahrscheinlich in Essen. Aus einem mittleren Schaft oder Hauptstamm wachsen rechts und links jeweils drei Arme heraus. Stamm und Arme werden durch kugelförmige und viereckige Knäufe mit Ornamenten gegliedert und finden in insgesamt sieben Kerzentellern ihren Abschluss. Der quadratische Fuß ruht auf Klauen und wird durch abgeschrägte Seitenwände gegliedert. Auf den oberen Abschlusskanten und in den Zwickeln sind Tierköpfe angebracht. Auf den vier Ecken saßen ursprünglich fratzenhafte Figürchen, die die vier Himmelsrichtungen symbolisierten. Heute ist nur noch eines vollständig erhalten. Auf einer Inschrift am unteren Stamm hat sich die Essener Äbtissin Mathilde (amt. 971/73–1011) verewigt: MAHTHILD ABBATISSA ME FIERI IUSSIT ET XPCOS (Äbtissin Mathilde ließ mich anfertigen und weihte mich Christus).
Einer Handschrift aus dem 14. Jahrhundert zufolge stand der Leuchter am Kreuzaltar inmitten der Münsterkirche. Eine bestimmte Funktion im Gottesdienst ist nicht überliefert. Vielleicht war er von Mathilde als Totenleuchter gedacht und sollte die Erinnerung an sie – und damit das Gebet für sie – wach halten.