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Mittelalter

Seit über 850 Jahren wird der Schatz der Essener Stiftskirche in der Schatzkammer, einem Anbau im Süden der Kirche, aufbewahrt.
Im Mittelalter lag der Haupteingang der Kirche im Südquerhaus zum Burgplatz hin. Durch dieses Tor betraten die Laien das Münster zu den Hochfesten, zur sonntäglichen Messe und zum Gebet. Im 12. Jahrhundert erhielt die Pforte eine gewölbte Vorhalle, die sich nach Süden über zwei Räume erstreckte. Sie diente als Ort für Rechtsgeschäfte. Im Obergeschoss befanden sich zwei gewölbte Räume, die nur von einem Laufgang im Kircheninneren zu betreten waren. Die beiden durch ihre Bauart gegen Brand und Einbruch gesicherten Räume enthielten die wichtigen Urkunden und den Schatz des Stifts. Das Obergeschoss nannte man auch Segeter oder Sechter, was sich vom lateinischen secretarium ableitet (geheimer Ort, auch Sakristei). Wo die Kostbarkeiten vor dem 12. Jahrhundert aufbewahrt waren, ist unbekannt. Möglicherweise dienten kleine Räume seitlich des ottonischen Westbaus als Aufbewahrungsort.

Zuständig für den Schatz waren nicht die 20 Stiftskanoniker, die der Liturgie in der Stiftskirche vorstanden, sondern die Stiftsfrauen selbst. Die thesauraria, die Schatzmeisterin, händigte den Kanonikern die Gefäße und Reliquiare aus und verschloss sie nach Gebrauch wieder. Ihr oblag auch die Reparatur und Pflege der Schatzstücke. Bis auf einen verheerenden Brand in der Frühzeit des Stiftes im Jahr 946 blieb der Schatz von Feuer und Kriegseinwirkungen weitgehend verschont.