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Kreuznagelreliquiar

Eine wichtige Reliquie, ein Nagel vom Kreuz Christi, wird von zwei Platten aus Bergkristall eingefasst. Die beiden Seiten sind sehr unterschiedlich. Vermutlich wurden sie erst im 14. Jahrhundert in der heutigen Form zusammengefügt. Beide Seiten, die Edelstein- und die Emailseite, gehen als Einzelstücke auf die Mitte des 11. Jahrhunderts zurück und wurden in der Gotik umgearbeitet. Die vier Emailtäfelchen an der Emailseite stammen wie die Emails am ŠTheophanukreuz vom Nimbus der ŠGoldenen Madonna. Die stilistische Nähe zu diesem Vortragekreuz, das mit einer Stifterinschrift versehen ist, legt eine Datierung des Kreuznagelreliquiars in die Zeit der Essener Äbtissin Theophanu (amt. 1039–1058) nahe. Die Emails des Reliquiars sind eingebettet in Schmuckleisten aus Goldblech, mit Filigran, Edelsteinen und Perlen verziert. Im 14. Jahrhundert fügte man der Reliquientafel die Bekrönung, den Edelsteinbesatz an den Kanten und die Aufsatzvorrichtung hinzu.

Gemeinsam mit den vier goldenen Vortragekreuzen wurde das Kreuznagelreliquiar im Mittelalter bei Prozessionen auf einer Stange getragen. In der Essener Osterliturgie hatte das Nagelreliquiar eine entscheidende Funktion als Sinnbild für den auferstandenen Christus.