Elfenbeintafeln
Die beiden Elfenbeintafeln und zwei weitere, die heute im British Museum in London liegen, gehörten ursprünglich vermutlich zu einem Buchdeckel oder einem Reliquienkasten im Essener Schatz. Jede Tafel ist ca. 12 cm x 9 cm groß.
Die Londoner Tafeln zeigen das Abendmahl und Christus am Ölberg.
Auf den Essener Tafeln sind die Kreuzigung Christi mit den Figuren der weinenden Maria und des Johannes und die drei Frauen am Grab mit zwei auf dem Sarkophag sitzenden Engeln dargestellt.
Jede Tafel ist von einem dichten Rahmenornament aus palmartigen oder akanthusförmigen Blättern umgeben. Ein weiterer innerer Rahmen besteht aus dicht gesetzten Perlen, ein sog. Perlstab-Muster, das auch zur Verzierung des Kreuzes, der Kleidersäume oder der Heiligenscheine dient. Die Figuren, die die zur Verfügung stehende Fläche dicht füllen, fallen durch ihre geringe Plastizität auf. Aus der Art der Darstellung lässt sich schließen, dass die Tafeln im 10. Jahrhundert entstanden sind, vermutlich in Lothringen.

