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Gegenwart

Nach einer ersten Renovierungsphase 2002 begann der zweite Bauabschnitt im September 2007. Die Finanzierung beider Phasen erfolgte durch den Münsterbauverein Essen e.V., verschiedene Stiftungen und auch private Spender. Geschlossen wurde der Essener Domschatz aber erst im September 2008. Die Objekte zogen für mehr als vier Monate zu einer spektakulären Schau im neuen Ruhr Museum in die alte Kohlenwäsche der Zeche Zollverein, die mehr als 40.000 Besucher anzog.

Der für den Neubau verantwortliche Dombaumeister Ralf Meyers hatte keine leichte Aufgabe, musste er sich doch in den Größenordnungen an den bestehenden Gebäuden orientieren und konnte nicht zu stark auf den Vorhof ausgreifen. Unter Berücksichtigung des Ensembles aus historischen und neuzeitlichen Gebäuden – Dom, Domschatzkammer, Bischofshaus – und des städtebaulich wichtigen Domhofes entstand ein neuer Eingangsbereich, der mit seinem hochaufragenden Aufzugsschacht und seiner großen Wandscheibe die Trennung zwischen dem alten Schatzkammergebäude aus dem 12. Jahrhundert und dem Nachkriegsgebäude markiert. Das eingeschossige Eingangsgebäude öffnet sich zum Domhof durch große Fensterflächen, die den Blick auf die Sandsteinfassade des 20. Jahrhunderts frei lassen.

Dem Münsterbauverein als Bauherrn war es ein besonderes Anliegen, den Essener Domschatz auch für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen. Die ebenfalls erfolgte Neugestaltung des Domhofes macht nun einen stufenlosen, barrierefreien Zugang von der Fußgängerzone bis in die Schatzkammer möglich.

Im Hauptraum des Erdgeschosses wird die neue Ausstellung dem Wunsch vieler Besucher gerecht und gibt Aufschlüsse zur Geschichte des Essener Frauenstiftes. Die Verehrung des hl. Altfrid, der Frauenkonvent und die Gemeinschaft der Stiftskanoniker werden anhand ausgewählter Kunstwerke vorgestellt. Zwei Medienstationen geben den Besuchern vertiefte Einblicke in Geschichte, Leben und Wirtschaft des Frauenstiftes und zeigen Bildnisse Essener Äbtissinnen.

Im Untergeschoss werden die frühmittelalterlichen Prunkstücke der Sammlung vor roten und sandfarbenen Wänden in Szene gesetzt. Ein Spalier bilden die vier ottonischen Vortragekreuze und lenken Blick und Schritt des Besuchers auf die Kreuzreliquie des Schatzes im Kreuznagelreliquiar.

Die historischen Schatzkammerräume aus dem 12. Jahrhundert im Obergeschoss beherbergen herausragende Handschriften des Essener Schatzes wie den Liber Ordinarius und den Essener Nekrolog. Auch das Essener Schwert und die Essener Krone finden den ihnen zustehenden Einzelplatz in den alten Gewölberäumen.

Gotische Armreliquiare, die Büstenreliquiare des hl. Engelbert und des hl. Marsus, gotische und barocke Ostensorien und Monstranzen geben im oberen Ausstellungsraum Zeugnis davon, dass auch nach der ottonischen Blütezeit Äbtissinnen und Stiftsfrauen kostbare Kunstwerke für den Schatz ihres Münsters anfertigen ließen.