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Gedenken an Äbtissin Elisabeth von Berge

Die Äbtissin Elisabeth von Berge verstarb am 12. Januar 1614 mit gerade einmal 34 Jahren. Ihre Grabplatte mit ihrer nahezu lebensgroßen Darstellung befindet sich noch heute in der Nordwand des Essener Doms.
Elisabeth von Berge, die von 1605 bis zu ihrem frühen Tod Äbtissin in Essen war, galt lange Zeit als Vorkämpferin der Rekatholisierung in Essen, da sie zu einer Zeit, als Stadt und Stift sich fest in evangelischer Hand befanden, als katholische Äbtissin von außen eingesetzt wurde und keine evangelischen Stiftsfrauen zuließ. Doch ihre Bemühungen um die Wiedereinführung des katholischen Glaubens gingen, wie heute bekannt ist, maßgeblich auf ihre jesuitischen Räte zurück. Elisabeth selbst, die calvinistisch erzogen und zum Katholizismus übergetreten war, interessierte sich nicht wirklich für Politik. Sie sehnte sich vielmehr nach dem höfischen Leben als Adlige zurück und vor allem nach ihrer Jugendliebe, dem protestantischen Adligen Floris von Culemborg. Obwohl er mit ihrer Schwester verheiratet war, schrieb sie ihm auch als Äbtissin noch zärtliche Liebesbriefe, die in einem niederländischen Archiv die Jahrhunderte überdauert haben. Kurz vor einem Wiedersehen starb die unglückliche Äbtissin erst 34-jährig an Röteln oder Windpocken.

In ihrem Grab in der Münsterkirche fand man 1951 eine Inschriftentafel aus Blei, die in Großbuchstaben auf Frühneuhochdeutsch Ämter und Besitz der Äbtissin nennt. Diese hat sich bis heute erhalten und befindet sich im Bestand der Domschatzkammer.