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Essener Agraffen

Die mit Edelsteinen und Email verzierten Broschen werden auch Agraffen oder Gewandhaften genannt. Sie dienten als Schmuckstücke und wurden an der Kleidung befestigt. Einige weisen an der Rückseite noch heute Nadeln zum Verschließen und Scharniere auf, andere zeigen zumindest Spuren solcher Befestigungsvorrichtungen.
Sie entstanden um 1400 in einer Pariser oder burgundischen Goldschmiedewerkstatt. In dieser Zeit versuchten sich die Mitglieder der Königs- und Fürstenhöfe in Frankreich mit dem Besitz von kostbaren Schmuckstücken zu übertrumpfen. Die kleinen Meisterwerke der Goldschmiedekunst sind mit einer besonderen Technik verziert, email en ronde-bosse genannt.
Schmuckstücke wie die Essener Broschen sind höchst selten erhalten. Keine andere Sammlung besitzt eine so große Anzahl verschiedenartiger, kunstvoll gebildeter Agraffen in dieser Technik wie die Essener Domschatzkammer.
Die meisten der Essener Broschen sind beschädigt. Vor allem der reiche Perlen- und Blattkranz, welcher die Schmuckstücke ursprünglich umgab, ist bei der Mehrzahl nur noch in geringen Überresten vorhanden. Doch auch in diesem beschädigten Zustand legen die phantasievoll gestalteten, mit farbigem Email und Perlen versehenen Gebilde Zeugnis ab von der außerordentlichen Prachtliebe und Kunstfertigkeit ihrer Entstehungszeit.
Wem die Agraffen einst gehörten, wie und wann sie in das Essener Frauenstift gelangten – darüber wissen wir nichts. Allerdings weist einiges darauf hin, dass sie eine fromme Schenkung an den Altar oder die Büste des in Essen besonders verehrten Märtyrers Marsus waren.