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Domschatz hat neue Leitung

„Essen sein Schatz“ bleibt in Frauenhand.

So wie die Äbtissinnen im Essener Frauenstift über Jahrhunderte die kostbaren Schätze angeschafft, genutzt und gepflegt haben, so bleibt der über 1000 Jahre alte Essener Domschatz auch weiterhin unter weiblicher Führung. Die Essener Kunsthistorikern Andrea Wegener übernimmt nach einigen Monaten der kommissarischen Leitung ab sofort die volle Verantwortung für den Essener Domschatz.

 

Andrea Wegener, die in Düsseldorf Kunstgeschichte und Kunst mit dem Schwerpunkt mittelalterliche Kunstgeschichte studiert hat, kennt das Haus bereits aus Studien-Tagen. 2008 war sie schon dabei, als die Ausstellung „Gold vor Schwarz“ auf der Zeche Zollverein für das spektakuläre Zusammentreffen von Kirche und Kohle sorgte. „Das war toll: Hautnah und ohne Vitrine mit den Original-Objekten zu arbeiten, die ich bis dahin nur aus der Theorie kannte. Das hat mir unseren Schatz unglaublich nahe gebracht“, sagt Wegener.

 

Für die Essenerin ist das neue Amt ein „Traumjob“, der sie durchaus mit Stolz erfüllt: „Formal haben wir die weltweit bedeutendste Sammlung ottonisch-salischer Goldschmiedekunst. Das darf man sich als Essener und Ruhrgebiets-Bewohner gerne immer wieder bewusst machen.“ Wegener macht die Bedeutung des Schatzes nicht nur am Prunk der kostbaren Kreuze, Kelche und der Goldenen Madonna als älteste vollplastische Marienfigur der Welt fest. „Daneben beeindruckt mich vor allem die inhaltliche Dimension unseres Schatzes: Hier geht es nicht nur um Kunst – alles wurde zur Ehre Gottes hergestellt und erzählt uns zudem ganz viel über die Persönlichkeiten der Stifterinnen.“

 

Wegener zweifelt nicht daran, dass diese Zeugnisse einer 1000 Jahre alten Kirchengeschichte auch künftige Generationen ansprechen werden. „Wichtig ist mir, dass wir auch in Zukunft mit unseren Ausstellungen und Führungen immer am Puls der Zeit bleiben und die mittelalterliche Geschichte von Essen und dem Ruhrgebiet immer wieder neu erzählen.“ Die erfolgreiche Playmobil-Ausstellung war für sie ein guter Anfang. „Der historische Blick über die Industriegeschichte hinaus tut Essen gut, und bei dieser Identitätsstiftung sind wir mit den Schatzkammern in Werden und am Dom gern weiter mit dabei“, sagt Wegener, die schon jede Menge Pläne hat. Die Besucher dürfen gespannt sein und sich auf Sonderausstellungen und neue Erkenntnisse aus Forschungsprojekten freuen.