• XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9

Bürger sichern Essens historisches Erbe

Fotoausstellung im Domschatz Essen

 

Bis zum 4. Februar 2018 präsentiert der Domschatz Essen eine Kabinettausstellung mit historischen und aktuellen Bildern zur Domkirche.

Unter dem Titel „GESTERN – HEUTE – MORGEN. Bürger sichern Essens historisches Erbe“ stehen vor allem Bilder der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Münsterkirche – seit 1958 Domkirche – im Vordergrund, die durch das Engagement von Essener Bürgern wiederaufgebaut werden konnte. Seit über 1000 Jahren bildet diese Kirche das spirituelle und kulturelle Zentrum der Stadt Essen.

 

Anlass zu dieser Ausstellung ist das Jubiläum zum 70-jährigen Bestehen des Vereins zur Erhaltung des Essener Münsters, auch Münsterbauverein genannt. Die Bevölkerung der Stadt gründete diesen Verein mit der Intention, die stark zerstörte Essener Münsterkirche und ihre angrenzenden Gebäude wieder aufzubauen und für nachfolgende Generationen zu erhalten. Der Wiederaufbau ist lange abgeschlossen, doch die Aufgabe, die Dominsel – mit Domkirche, Anbetungskirche St. Johann, Domschatz, Kreuzgang und Domhof – zu bewahren, ist geblieben. Seit 1947 unterstützt nun der Münsterbauverein die Erhaltung, Pflege und Erforschung dieses bedeutenden historischen und kulturellen Erbes.

 

Durch die Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Bildern wird eindrucksvoll gezeigt, was in 70 Jahren sichtbar geschehen ist, und was aus bürgerlichem Engagement entstehen kann.

 

 

Im Interview berichtet der Vorsitzende des Münsterbauvereins, Sparkassen-Manager Arnd Brechmann, über die Geschichte und die heutigen Herausforderungen der „ältesten Bürgerinitiative der Stadt“.

 

Herr Brechmann, wie erklären Sie sich, dass 1947 ausgerechnet ein kommunistischer Bürgermeister einen Verein zum Wiederaufbau der Münsterkirche gegründet hat?
Arnd Brechmann: Als Vorgänger von Gustav Heinemann, dem ersten frei gewählten Essener Oberbürgermeister, ist Heinz Renner als Querdenker, Widerständler in der Nazizeit und hochgradig pragmatischer Mensch überliefert. Renner war ein engagierter Tausendsassa mit unideologischem Blick für Prioritäten. Vielleicht war nur so eine überkonfessionelle Bürgerinitiative in Essen zur Rettung des historischen Zentrums realistisch. Kurz nach seiner Gründung hatte der Verein 1800 Mitglieder! Heute sind wir knapp unter 300.

 

Was hat Ihr Verein in den vergangenen 70 Jahren erreicht?
Brechmann: Der Dom und seine Umgebung waren ein einziges Trümmerfeld nach 272 Bombenangriffen auf Essens Innenstadt. Heute ist Essens starke Mitte ein Kleinod der Ruhe im Alltagstrubel, Dom und Domschatz im Herzen der City sind wichtige kulturelle Anziehungspunkte. Um dies zu erreichen konnte der Münsterbauverein seit seiner Gründung mit Hilfe von Freunden, Förderern aus Spenden, Lotterieerlösen und Vereinsbeiträgen knapp neun Millionen Euro in Aufbau und Erhalt von Dom und Domschatz investieren.

 

Vor welchen Herausforderungen sehen Sie den Münsterbauverein in den kommenden Jahren?
Brechmann: Wir richten uns darauf ein, dass unsere Mitgliederzahlen tendenziell werden sinken werden. Deshalb haben wir eine Stiftung ein-gerichtet, die die Ziele und Zwecke des Vereins auch in Zukunft fortsetzt. Als Münsterbauverein möchten wir Dom und Domschatz zu noch mehr Aufmerksamkeit als ganz besondere Orte in Essen verhelfen. Die Wurzeln und das geografische Herz der Großstadt Essen liegen seit dem Jahre 852 genau hier. Dieses Bewusstsein gilt es ebenso zu schärfen wie die Positionierung von Essens wahrem Schatz: Die Goldene Madonna – die älteste Marienfigur der Welt steht hier bei uns im Essener Dom!