• XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9

Büste des hl. Marsus

Das Büstenreliquiar barg einst die Schädeldecke des Märtyrers Marsus. Der Heilige war im 3. Jahrhundert Priester und Missionar in Gallien. Kopf und Brust des hl. Marsus gelangten um das Jahr 1000 an das Essener Frauenstift. Äbtissin Mathilde (amt. 971/73–1011) gab für die hochverehrten Reliquien einen goldenen und mit Edelsteinen besetzten Schrein in Auftrag.
Um 1500 schuf man zur Aufbewahrung der Schädeldecke das silberne Büstenreliquiar. Die getriebene Silberarbeit erhielt einen unteren kupfernen Rand und wurde teilweise vergoldet. Man bemühte sich um eine möglichst natürliche Darstellung des Heiligen, der bartlos und mit einem Lockenkopf dargestellt wird. Das Gewand des Heiligen wurde mit einem edelsteinbesetzten Band versehen. Am Hinterkopf ist ein mit Scharnieren befestigter Deckel angebracht, der nach dem Öffnen den Blick auf die Reliquie freigab.
Der Marsusschrein des 10. Jahrhunderts – einer der ältesten Reliquienschreine überhaupt und das wertvollste Kunstwerk, das Essen je besaß – sollte 1794 beim Herannahen der französischen Revolutionstruppen in Sicherheit gebracht werden und wurde dabei unfachmännisch auseinandergenommen. Da das Zusammenfügen nicht mehr gelang, schmolz man die Metallteile kurze Zeit später ein. Damit ging ein Prunkstück ottonischer Goldschmiedekunst unwiederbringlich verloren.