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20. Jahrhundert

Während des Ersten Weltkrieges blieb der Schatz in Essen. 1920 wurde jedoch aus Furcht vor Unruhen durch die sich in Essen bildende ‚Rote Armee‘ ein großer Teil des Essener Schatzes, darunter auch die Goldene Madonna, in Kisten und Koffer verpackt und an einen geheim gehaltenen Ort in Hildesheim gebracht. Erst im August 1925 kam er wieder nach Essen zurück.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Schatz bei Kriegsbeginn 1939 evakuiert und an verschiedenen Orten eingelagert, zunächst in Warburg, später in der Albrechtsburg in Meißen. Als die Ostfront näher rückte, wurden alle Stücke in ein ehemaliges Bergwerk nach Siegen transportiert. Von dort brachten die Amerikaner den Essener Schatz nach Ende des Krieges nach Marburg. Neuer Sicherungsort für die Kunstwerke war 1946 Schloss Dyck bei Rheydt, wo sie im Juni in der Ausstellung „Mittelalterliche Kunst am Niederrhein“ gezeigt wurden. 1949 waren Essener Schatzstücke auf Ausstellungen in Brüssel und Amsterdam zu sehen. Anfang 1950 kamen die Kunstwerke nach Essen zurück, wo sie nach einer umfassenden Restaurierung in der Stahlkammer der Städtischen Sparkasse aufbewahrt wurden. Im Sommer 1950 wurden sie anlässlich des Heiligen Jahres im Essener Rathaus ausgestellt, auch waren sie in diesem und in den Folgejahren in großen Ausstellungen in Amsterdam, Brüssel und Essen zu sehen.

Der Bau der heutigen Schatzkammer erfolgte in den 1950er Jahren und wurde 1959 vollendet. Dafür wurden die beiden Gewölberäume, die nach dem Vorbild des 12. Jahrhunderts völlig neu aufgebaut werden mussten, durch einen schmalen, zweigeschossigen Bau erweitert, der im Süden an das heutige Bischofshaus anschließt. Im März 1959 konnte der Essener Schatz in die neue Schatzkammer ziehen, die nun als Museum regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich war.